Rechtliche Bildung als Fundament und warum sie für Gründer entscheidend ist

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Wer heute ein Unternehmen gründet oder in ein Start-up investiert, startet oft mit einer brillanten Idee und viel Leidenschaft. Dabei braucht so ein Unterfangen auch ein bürokratisches und rechtliches Grundgerüst, das bei wichtigen Entscheidungen und im alltäglichen Geschäft die Richtung angibt und für Compliance sorgt. Rechtliche Bildung ist kein Luxusgut. Sie ist eine Kernkompetenz für jeden Unternehmer, unabhängig von der Branche und dem Startkapital.

Struktur durch Fachwissen

Das wird schon ganz zu Anfang deutlich, denn die erste große Weichenstellung ist die Wahl der richtigen Unternehmensform. Wer zum Beispiel in der Region Unterfranken gründen oder gar expandieren möchte, kommt nicht drum herum, sich ausführlich mit dem Gesellschaftsrecht in Aschaffenburg auseinanderzusetzen. Fehlt einem selbst die rechtliche Kompetenz, kann es hilfreich sein, einen Fachanwalt zu Rate zu ziehen und mit ihm gemeinsam alle legal relevanten Entscheidungen rund um die Gründung zu treffen. Dabei geht es um mehr als das Befolgen von Gesetzen. Es geht darum, strategisch Gesellschaftsverträge aufzustellen, Haftungsfragen zu klären und interne Strukturen zu etablieren. Die Beratung kann dabei helfen, die theoretischen Konzepte, von denen man vielleicht bereits gehört hat, in die Praxis umzusetzen. Denn Unwissenheit kann im Gesellschaftsrecht durchaus teuer werden.

Rechtliche Bildung als Risikomanagement

Bei einer Gründung zählt jeder Cent. Deshalb ist es klüger, sich frühzeitig juristisches Basiswissen anzueignen und einem Fachanwalt zu vertrauen, anstatt erst beim ersten Rechtsstreit den Anwalt aufzusuchen und womöglich sofort pleite zu gehen. Prävention übertrifft Schadensbegrenzung. Gerade in den Themenbereichen der Vertragsgestaltung, in der Compliance mit der DSGVO und im Gesellschaftsrecht kann es schnell zu Rechtsstreits kommen, wenn das elementare Fachwissen fehlt oder Entscheidungen leichtfertig getroffen werden.

Grundlagen und Weiterbildungen

In der dynamischen Welt der Wirtschaft ist Bildung übrigens kein abgeschlossener Prozess. Vor allem im juristischen Bereich wandeln sich die Gesetzgebungen stetig weiter, denn weder die Digitalisierung noch unsere Anforderungen an die Nachhaltigkeit stehen still. Für Gründer bedeutet das, dass das Wissen, das sie im Studium oder der Ausbildung erlernt haben, regelmäßig aufgefrischt werden müssen. Interdisziplinäres Lernen ist an dieser Stelle ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Betriebswirtschaftliche Ambitionen müssen immer Hand in Hand mit einem soliden Verständnis für die rechtlichen Rahmenbedingungen gehen.

Man kann zum Beispiel an Gründer-Workshops teilnehmen, die regionale Industrie- oder Handelskammern anbieten. Oder man tauscht sich in Unternehmernetzwerken aus, um von den Praxiserfahrungen anderer zu profitieren. Auch Fachseminare zum Arbeitsrecht, Gewerberecht oder Steuerrecht und das Lesen von Fachartikeln sind gute Wege zur rechtlichen Weiterbildung. Unterschätzt, aber sehr wertvoll ist auch das Mentoring, bei dem erfahrene Unternehmer mit Neulingen zusammenarbeiten und ihnen ihr Fachwissen und ihre Erfahrung mitgeben, während sie oft selbst von den jungen Gründern lernen. Wer hier Zeit investiert, investiert in sich selbst und unmittelbar auch das Unternehmen. Und bei wirklich schwierigen Fragen kann einem der Fachanwalt zur Seite stehen.

Die Komplexität der Haftung vermeiden

Ein tiefergehendes Verständnis des Rechts ist besonders dann vonnöten, wenn es um das Thema Haftung geht. Viele Gründer wiegen sich in Sicherheit, sobald sie eine haftungsbeschränkte Gesellschaftsform wie eine GmbH oder eine UG gewählt haben. Doch diese Mauer gegen den Zugriff auf das Privatvermögen ist nicht unumstößlich. An dieser Stelle zeigt sich, wie wichtig rechtliche Bildung wirklich ist. Denn wer die Pflichten des Geschäftsführers nicht genau kennt, riskiert die sogenannte Durchgriffshaftung.

Verstöße gegen die Insolvenzantragspflicht oder die unsorgfältige Trennung von Privat- und Firmenvermögen können dazu führen, dass das Privatvermögen doch herangezogen wird. Und dann schreckt selbst der innovativste Gründer in der Zukunft lieber vor neuen Unterfangen zurück. Gebildete Unternehmer wissen außerdem, dass Haftung mehr als nur finanzieller Natur ist. Auch strafrechtlich kann es schneller kritisch werden, als man denkt. Gerade bei Fehlern in der Lohnbuchhaltung oder bei Arbeitsschutzverletzungen kann man die eigene Freiheit opfern, wenn man aus Unwissenheit etwas vernachlässigt. Wer sich bildet und mit einem Fachanwalt kooperiert, schützt also sein Kapital, seine persönliche Integrität und seine Freiheit. Es geht darum, ein Bewusstsein für die Verantwortung zu schaffen, die man mit der Unterschrift unter einen Gesellschaftsvertrag übernimmt.

Verträge strategisch gestalten

Als Gründer stellt man ständig neue Verträge auf. Was für viele wie ein notwendiges Übel erscheint, kann tatsächlich ein strategisches Instrument und ein Wettbewerbsvorteil sein. Denn ein gut gestalteter Gesellschaftsvertrag könnte zum Beispiel verhindern, dass das Unternehmen handlungsunfähig wird, wenn es mal zu Unstimmigkeiten zwischen den Partnern kommt.

Mit einem guten Vertrag sichert man den Fortbestand des Unternehmens, indem man klare Regelungen zum Ausscheiden eines Gesellschafters oder sogenannte Deadlock-Klauseln einfügt. Und auch wenn man mit Kunden und Lieferanten ins Geschäft kommt, sind Verträge essentiell. Wer die rechtlichen Nuancen von Gewährleistung, Haftungsausschluss und Lieferverzug versteht, ist in der Lage, Verhandlungen souveräner zu führen. Gründer, die hierbei fundiert auftreten, signalisieren Professionalität und Verlässlichkeit. Das schafft Vertrauen bei Geschäftspartnern und kann in Verhandlungen den Ausschlag geben, wenn es um vorteilhafte Konditionen geht.

Die Folgen fehlender rechtlicher Weitsicht

Ein fiktives, aber realitätsnahes Szenario verdeutlicht dieses Argument. Gründen zwei Freunde gemeinsam eine Software-Agentur, ist es möglich, dass sie in ihrer Euphorie einfach ein Standard-Muster für einen Gesellschaftsvertrag aus dem Internet nutzen. Im Moment der Gründung sind sie gut befreundet und voller Ambition, weshalb die spezifischen Klauseln zur Gewinnverwendung oder zur Stimmverteilung kaum wichtig erscheinen. Sie kennen sich zwar mit ihrem Produkt aus, sind aber rechtlich naiv. Nach zwei Jahren guter Zusammenarbeit steht dann die erste große Expansion an und ein Investor möchte einsteigen.

Er fordert allerdings klare Strukturen und eine Anpassung der Satzung. Die Gründer haben sich im Vorfeld nicht gründlich genug mit den Details des Gesellschaftsrechts befasst und stehen nun vor langwierigen und vor allem teuren Streitigkeiten, die die Bewertung ihrer Anteile und sogar ihrer Mitspracherechte infrage stellen. Hätten sie von Anfang an auf ihre eigene rechtliche Bildung oder die Mitarbeit eines Fachanwalts des Gesellschaftsrechts gesetzt, wäre die Struktur bereits so ausgelegt gewesen, dass der Investor einfach einsteigen könnte. Nun verlieren sie Zeit, Kapital und Nerven. Rechtliche Versäumnisse am Anfang wirken demnach wie ein Bremsklotz für späteres Wachstum.

Mehr Zeit für Innovation

Wer die rechtlichen Rahmenbedingungen seines Handelns versteht und sich in diesem Zusammenhang stets weiterbildet, kann sich letzten Endes sorglos auf sein Kerngeschäft konzentrieren und sein Unternehmen voller Leidenschaft und mit ganzer Energie aufbauen. Und davon profitiert am Ende die gesamte Wirtschaft.